Oh, Baby, yeah, yeah – oder wie die deutschen Charts vor die Hunde gehen

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Eben war ich beim Putzen. Nicht, dass das jetzt was sonderlich Außergewöhnliches wäre, aber ich hatte das Radio an. Jetzt könnte man sich fragen, was mich dazu bewegt, deshalb einen Blogeintrag zu verfassen: das interessiert ja niemanden, oder? Korrekt. Aber genauso wenig interessant ist heutzutage eigentlich oft das, was im Radio kommt. Nicht die Nachrichten, die Infobeiträge oder die tollen, lustigen Nachmittagsunterhaltungssendungen – nein. Viel uninteressanter und nervtötender ist die Musik. Es sind die schnell-zusammengemixten, aus dem Boden-gestampften, mit -schlechten-Soundeffekten – verzerrten, ohren-betäubenden, nichtssagenden Lieder, die heutzutage die Charts prägen.

Ich nenne sie auch gerne “Tüten-Lieder”. Ist naheliegend: wenn ich Hunger und gar keine Zeit und Lust zum Kochen hab, aber möglichst schnell was zum Essen produzieren muss, dann mach ich mir ne Tüten-Suppe. Ich such mir was Hübsches im Supermarkt aus, was mich anmacht und verspricht, möglichst schnell meinen Hunger wegzumachen. Und genau so stell ich es mir bei den Tüten-Liedern vor. Wenn jemand schnell und ohne Aufwand ein bisschen Geld machen will, sucht er sich einen Menschen, bei dem die Verpackung ganz nett aussieht (jaja, es darf auch etwas nachgeholfen werden- wenn gar nichts geht, zieht man ihm einfach eine Maske auf. Von ´nem Pandabären zum Beispiel..), der einen Mund zum Singen hat und aus dem ein Ton rauskommt (das Sprechen muss er nicht können, das wäre dann vielleicht auch zuviel des Guten und der Ton ist auch nicht so wichtig, den kann man mit diesen neuartigen technischen Geräten ganz toll hinbiegen! Bei der Tüten-Suppe wär´s sicherlich das Glutamat) und wenn er für das Video ein bisschen tanzen oder die Beine bewegen könnte (bei Frauen gern auch der Po) reicht das schon vollkommen. Den Rest erledigt der Produzent – mithilfe eines Menschen, der einen Song schreibt. Der Songschreiber muss auch nicht viel können. Es reicht, die Fähigkeit, zusammenhangslose Sätze aufzuschreiben, in die er immer wieder Schlagwörter wie “yeah”, das im Moment sehr beliebte “no no” oder ein gefühlvolles, langgezogenes “Baby” hineinstreut.

Wenn ihm dann gar nichts mehr einfällt, wiederholt er einfach einzelne Textpassagen oder Wörter, wenn ihm gesagt wird, dass das Lied 3 Minuten dauern sollte. Wenn ihm selbst das nicht einfällt, dann ist das auch kein Problem, denn der Rest erledigt ein Computer für ihn, der mit ein paar netten Effektchen einfach noch den Rest der 3 Minuten auffüllt. Dann stellt man den Menschen, der das Lied singen soll in ein Studio und sagt ihm, er soll das was da steht, “singen”. Was dann rauskommt ist ein bisschen Geschrei gemischt mit dem Eindruck, man hätte ihm währenddessen zwischendurch immer mal wieder die nackten Zehen in einer Mausefalle eingeklemmt und nochmal extra zugedrückt. Oder kennt ihr noch den Glücksroboter aus dem Hape-Kerkeling-Film  ”Kein Pardon”? Einfach mal in YouTube eingeben und ihr werdet die erstaunliche Entdeckung machen, dass Aura Dione anscheinend schon in den 90ern begonnen hat, sich einen Namen zu machen.Heute ist sie der wohl berühmteste Roboter in den Charts.

Zum Schluss wird das Tüten-Lied noch mal schnell durch´s AudioTune gejagt und schon ist ein neues Lied fertig! Wenn man genau hinhört, dann versteht man, was der Sing-Mensch da singt. Es kommen dann zum Beispiel hochphilosophische Texte wie

“Zu viel Licht in diesem Fenster, weck mich nicht auf, nur Kaffee kein Zucker in meiner Tasse,”

oder (Vorsicht: erst ab 18!)

“Leg’ deine Lippen zurück um die Ecke herum
Setz’ dich hin baby, mach das ein wenig länger
Kannst du meine Pfeife blasen baby, pfeifen baby…”

oder, mein Favorit:

“Ich werde nur brechen brechen dein brechen brechen dein Herz
Ich werde nur brechen brechen dein brechen brechen dein Herz
Ich werde nur brechen brechen dein brechen brechen dein Herz
Ich werde nur brechen brechen dein brechen brechen dein Herz. Woah Woah..”

Mensch, Kinder! Bin ich denn die einzige, die sowas aufregt? Werde ich alt? Was waren das nur für Texte damals, als ich noch klein war! Die Menschen haben sich richtig Gedanken gemacht, was sie singen (ja, sie konnten SINGEN), es war ihnen scheißegal, wie sie aussehen und sie haben Musik zu den Texten auch noch selber gemacht! So richtig mit Gitarre und Schlagzeug und so.. ja, das gibt´s! Wie auch immer….Ich schwelge in Erinnerungen…

Ich wollte nur mal ein bisschen meinen “Unmut” über diese Entwicklung äußern. Vielleicht ist ja einer derselben Meinung – wofür hat man denn schließlich einen Blog, nicht wahr. Nicht, dass ich jetzt irgendwelche Änderungen erwarte, nein, nein… ich erwarte eigentlich nichts mehr.  Ich leg jetzt eine CD ein. Und mach mir eine Suppe – so ´ne richtige, mit echtem Gemüse!

 

P.S: Vielen Dank an SWR3, die mir mit ihrer Playliste die schönsten Beispiele für die Liedtexte bieten konnten. Nichts für ungut – eure Infos sind immer total dufte! ;)


Dänemark

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Ein paar Tage sind wieder vergangen, seit wir in Rügen waren:

Am Montag haben wir uns noch die Westküste der Insel angeschaut und festgestellt, dass es dort auch nicht viel anders aussieht.. :) Aber danach konnten wir ohne schlechtes Gewissen weiterfahren Richtung Fanö, Dänemark. Da wir dort erst am Dienstag ankommen wollten, haben wir kurzfristig beschlossen, die Nacht und den Abend in Hamburg zu verbringen. Ein sehr nettes Hostel haben wir auch hier gefunden. Wir waren im Acarde Hostel in der Kieler Straße. Nette Atmosphäre, alles was man braucht, kostenlos parken und Wlan. Am Dienstag sind wir dann weiter nach Esbjerg gefahren, wo wir dann mit der Fähre nach Fanö, eine dänische Insel, abgesetzt haben. Fanö ist nicht besonders groß und eigentlich hauptsächlich eine Insel für Urlauber. Es ist hier sehr friedlich und der Strand ist auch schön. Nicht spektakulär, aber schöner als an der Ostsee. Wegen Ebbe und Flut ist er natürlich auch ziemlich breit und es macht Spaß in den Pfützen rumzuplanschen. Überhaupt ist es schön, mal in einem anderen Land zu sein, nachdem man sich die ganze Zeit das eigene angeguckt hat.

Heute waren wir in Legoland. Ein Vergnügungspark, der eigentlich echt nicht von schlechten Eltern ist – zusätzlich gibt es noch viele tolle Legolandschaften, Städte und viiiieles mehr, das nachgebaut wurde – echt der Wahnsinn!

Morgen geht´s wieder nach hause! Alles in allem war es ein schöner und auch spannender Road Trip, weil man ja nie wusste, wo man landet. Aber irgendwie hatte man auch immer das Gefühl, nie richtig anzukommen. Jeden Tag muss man seine Koffer neu zusammen packen und sich überlegen, wo man als nächstes hingeht. Es war eine tolle Erfahrung – aber nächstes Jahr darf´s gern wieder was zum Chillen im Ausland an irgendeinem Ort sein, der sich dann auch nicht zwangsläufig verändern muss… ;)


Freitag – Sonntag: Berlin – Rügen

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Heisa! Das ist jetz aber lange her, dass ich mal wieder was geschrieben hab.. aber wenn man den ganzen Tag rumgurkt, kann das ganz schön anstrengend sein und abends ist man dann oft müde. Und ich hab ja schließlich Urlaub.. :)

Wo hat es uns hinverschlagen? Also, wir sind am Freitag morgen von Dresden Richtung Berlin gefahren. Kurz vor Berlin, im Spreewald, sind wir dann in das von mir langersehnte “Tropical Islands” gefahren. Eine Art Vergnügungs-Bad in einer riesigen Zepellinhalle, die zu einer Tropenlandschaft umgebaut wurde. Da gibt es dann zum Beispiel mittendrin einen angelegten Tropenwald mit Vögeln und ein paar Fischen und außenrum unterschiedliche Schwimmbecken, die zu einer Lagune oder zu einem Südseestrand gestaltet wurden. Und mittendrin immer wieder kleine Häuschen, die aussehen wie kleine Strandhäuser, in denen man für natürlich sauteures Geld übernachten kann. Ich hab mich riesig drauf gefreut, weil ich dachte, man fühlt sich darin richtig urlaubig. Aber man muss sagen, dass es am Ende dann doch nur “ganz nett” war. Irgendwie hätte man es an manchen Stellen etwas liebevoller und detailgetreuer einrichten können. Die Schwimmbecken waren eben doch nur normale Becken und ansonsten war es jetzt auch nicht so, dass man darin einen ganzen Tag verbringen wollte. Aber naja! Es war dann zu zweit doch ganz lustig.

Dann sind wir weitergefahren nach Rügen, wo wir gerade 2 Nächte verbringen. Auf Rügen hatte ich mich gefreut. Wenn man an einem schönen Strand ist und das Wetter mitspielt, dann kann das Meer genauso viel wie im Süden, zumindest ist es genauso schön und der Sand ist auch sehr fein, eigentlich ideal. Heute sind wir mit dem Schiff von Strassnitz hoch zu Kap Arkona gefahren, dem höchsten Punkt der Insel. Insgesamt muss ich bis jetzt sagen, dass außer dem Strand (und den dazugehörigen Kreidefelsen) und den hübschen Reetdachhäusern alles andere recht schnell langweilig hier werden kann. Aber Meer ist ja grundsätzlich mal sehr toll! :) Aber morgen fahren wir mal weiter Richtung Nordsee und am Dienstag zu Nadine nach Dänemark :)

Ah, noch ein kleiner Tipp: Wenn ihr mal in Berlin seid und ein günstiges aber gutes Hotel sucht, dann müsst ihr in das “Olivaer Apart Hotel” am Ku´damm! Das hat alles was man braucht, ein schöner Altbau und ein reichhaltiges Frühtücksbuffet. Wir haben für ein Doppelzimmer pro Nacht nur 50 Euro bezahlt, wirklich das billigste bisher!


Mittwoch und Donnerstag…

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Puh! Jetzt war ich gestern viel zu müde, was zu schreiben… und so gut drauf waren wir irgendwie auch nicht, muss man sagen! Vielleicht lag es an der Stadt, in der wir abends gelandet sind: Chemnitz. Tjoa – was soll man dazu noch sagen? Es kam dazu, weil wir aus Bayern raus und uns mal Richtung Osten und Norden orientieren wollten. Die Deutsche Alleenstraße sollte ja unsere nächste schöne Fahrtstrecke werden und deshalb sind wir über die Autobhan nach Plauen gefahren. Dort sind wir dann ein bisschen im Erzgebirge herumgecruiset und haben festgestellt, dass es dort sehr viele leerstehende Häuser gibt, alles ein bisschen wie ausgestorben wirkt und nicht so viel los ist. Es gab eigentlich nur eine Raumfahrtausstellung zu sehen, die haben wir von außen angeguckt. Die wurde zu Ehren von Sigmund Jähn errichtet – der erste Deutsche, der (mit den Russen ganz gut befreundet) mal im Weltraum war. Außerdem hat uns unser Reiseführer erzählt, dass es in der Nähe von Chemnitz eine Ritterburg mit Wohnräumen etc. gibt: Burg Kriebstein. Ich stehe total auf sowas! Ich find es sehr spannend, wie die Menschen früher gelebt und gewohnt haben. Also haben wir beschlossen, die Alleenstraße wieder zu verlassen und schon mal hoch nach Chemnitz abzubiegen, um am nächsten Morgen auf die Burg zu fahren. In Chemnitz angekommen, haben wir ein nettes und günstiges Hotel gefunden. Die Menschen in Sachsen sind allgemein sehr nette und unterhaltsame Menschen, muss man sagen! Mal ganz abgesehen vom lustigen Dialekt.. :) Aber sie haben mit Chemnitz, der ehemaligen Karl-Marx-Stadt, eine Stadt, die man an Trostlosigkeit und kaum übertreffen kann, wie ich finde. Überall verschmierte Häuserwände und Bauten, ganze verlassene Wohnblöcke (obwohl es von denen hier in der Gegend einige gibt), Grün- und Teichanlagen, die lieblos gepflegt und zwischendrin immer wieder Orte, die einfach sich selbst überlassen werden. Das hat uns echt enttäuscht, muss man sagen. Aber es gibt allerdings ein ganz kleines Viertel, das davon überhaupt nichts ahnen lässt. Es besteht aus ein paar kleinen Fachwerkhäuschen, in denen man gut essen kann. Der einzig schöne Ort in Chemnitz. Heute morgen sind wir schnell wieder abgehauen. Hoffentlich fühlt sich jetzt niemand, der aus Chemnitz kommt und das hier liest, ans Schienbein getreten. Aber es war gut, das mal zu sehen! Es ist ja schließlich eine Deutschlandtour, da gehört das schließlich auch dazu. Weiter ging´s nach Dresden: schöne Stadt! August der der Starke hat´s damals ordentlich krachen lassen, mit seinen Prunkbauten. Die waren sicherlich alle total schön, als sie noch neu waren, das Schloss, der Zwinger u.s.w… Heute ist manches ein bisschen schwarz, aber das wird eben so. Sieht immernoch eindrucksvoll aus – vor allem, wenn man das Panorama vom gegenüberliegenden Elbufer betrachtet. Da hat man dann Blick über die ganze Altstadt. Nach 2 Stunden hatten wir (ich) aber eigentlich schon genug vom Städte-Sightseeing und uns (mir) taten die Füße weh. Heute nacht sind wir in einem Hostel in Dresden und morgen früh geht´s nach Tropical Islands in der Nähe von Berlin!! Mal ein Erholungstag. Aber dann geht´s an die Ostsee! Hier mal ein paar Bildchen:


Dienstag, 21.8.2012 – immernoch Bayern

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Heute sind wir von Steingaden wie geplant weiter in Richtung Chiemsee gefahren. Zwischenstopps zum Gucken gab´s einmal am Walchensee, der schön türkis ist. Bei der Gelegenheit haben wir auch gleich noch am Wasserkraftwerk gehalten – Alex wollte das gerne sehen. Er war schon mal vor 20 Jahren dort und wurde ein bisschen sentimental, also haben wir gehalten.. in unserem coolen Deutschlandreiseführer haben wir gelesen, dass es auf dem Wendelstein ein Haufen technische Dinge gibt. Wie z.B. eine Funkstation oder Sonnenobservatorium… wir haben uns kurz überlegt, ob wir mit der Seilbahn rauffahren. Aber für 19,50 Euro war es uns gar nicht mehr sooo wichtig.. naja, eigentlich ist das ja noch günstig – denn zuvor waren wir an der Zugspitze (man muss hier erwähnen, dass wir die Zugspitze verzweifelt gesucht haben, aber unter den vielen Bergen die um uns herum waren, nicht erkennen konnten.) Trotzdem haben wir auf der Homepage der Zugspitze schon mal die Preise für eine Rundfahrt mit der Zahnradbahn erörtert… bei einem Preis von 59 Euro war uns dann doch recht schnell klar, dass man jetzt auch nicht unbedingt auf der Zugspitze gewesen sein muss. :) Später dann noch ein kleiner Halt in Bad Tölz. Da stehen 1-2 Reihen mit schönen Häusern auf der Fußgängerzone mit lauter Marien und Schutzpatronen drauf herum, ganz nett.

Schließlich waren wir dann am Chiemsee. Dort haben wir festgestellt, dass der Chiemsee auch nur ein See wie jeder andere ist und dass es wahrscheinlich jede Menge tollere Seen gibt. Da es langsam Abend wurde und wir noch was zum Übernachten gebraucht haben, haben wir uns jetzt wieder vom Chiemsee entfernt, um langsam mal Richtung Norden zu fahren. Heute sind wir in einem netten kleinen Gasthof in der Nähe von Altötting untergebracht, der irgendwo im Nichts steht… wir wissen wirklich nicht, zu welchem Ort der Hof dazugehört… hier ist nämlich echt nicht viel in der Nähe.. Das Internet kommt auch nur spärlich aus meinem Handy rausgekrochen und deshalb hoffe ich, dass ich meinen Artikel noch schnell veröffentlicht bekomme, bevor es mich wieder verlässt.

Heute haben wir also nichts Spektakuläres erlebt. Aber es ist trotzdem cool, so durch die Gegend zu fahren und nicht zu wissen, was auf einen zukommt!

Morgen werden wir mal Richtung Dresden fahren – diesmal auf der Autobahn. Denn nach 2 Tagen in Bayern rumgurken, haben wir festgestellt, dass das ein bisschen langweilig wird – und dass unser Land doch ein bisschen größer ist, als gedacht… :) bis morgen.

P.S: Alex blogt auch… www.teilzeitnerd.de… aber heute nicht… er liegt schon schlafend neben mir. :)


Montag, 20. August: Bayern

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Nachdem die Sachen gepackt und die Routen aus dem Drucker gelassen waren, konnte es heute vormittag losgehen: in unserem bald 220.000 km – alten Bora, der seit unserem letzten Urlaub eigentlich nur mit Gaffa zusammenhält, haben wir uns auf den Weg gemacht. Wohin? Najoa.. erst mal nach Deutschland :) Einen großen Plan haben wir nicht. Aber wir wollen auf jeden Fall Richtung Ostsee. Und wahrscheinlich ist dann auch noch ein kleiner Abstecher nach Dänemark drin. Wo es uns so hinverschlägt, werden wir dann noch sehen.

Damit man auch was sieht vom Land, haben wir uns selbtverfreilich auch ne tolle Straße ausgesucht: die erste Route nehmen wir über die Deutsche Alpenstraße ab Immenstadt im Allgäu Richtung Chiemsee. Das Allgäu an sich ist ja schon eine coole Sache. Die Alpen, Seen und die Almkühe sind für mich eigentlich immer ein Highlight, ich mag das sehr gerne. Die Alpenstraße zieht sich eigentlich von Lindau bis nach Berchtesgaden. Wir haben uns entschieden, ab dem Chiemsee in Richtung Osten weiterzufahren… Nach einem kurzen Stopp in den Bergen, vorbei ein Schloss Neuschwanstein (das leider gerade eingerüstet ist) sind wir heute abend in Steingaden gelandet. Ein Dorf in der Nähe von Füssen. Hier haben wir uns in einen Gasthof eingemietet und waren was essen. Was dieses Dorf hier so kann? Nun, es hat ein Kloster mit einem netten Klostergarten. Und einen Laden, der Fernseher verkauft. Und auch einen, der Rasenmäher verkauft… :) Und hab ich das Kloster schon erwähnt? Jetzt ist jedenfalls erst 22.00 Uhr und ich sitz schon im Schlafanzug da.. :) Morgen geht´s dann weiter Richtung Chiemsee. Fortsetzung folgt..

 

 


Taizé

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Vor 5 jahren, als ich mal mit einer Freundin auf der Durchreise nach Südfrankreich war, machten wir Halt in Taizé, einem kleinen Dorf im französischem Burgund. Zuerst war ich kritisch, was da wohl so abgeht. Als Christ bin ich ja eigentlich offen für allerlei christliche Glaubensgemeinschaften, schließlich glauben wir ja alle an den einen Gott – aber ein Kloster, bei dem es üblich ist, sich 3 mal am Tag unter strenger Liturgie zum Beten zu treffen? Ich weiß nicht, das ist doch spießig. Nicht mein Ding. Doch dann hab ich mich darauf eingelassen. Und ich muss sagen, die Gottesdienste und die Atmosphäre in Taizé haben mich total inspiriert.

Vor kurzem hat es mich dann wieder in dieses Dörflein gezogen. Ich hatte das große Bedürfnis, mir einfach mal wieder eine Auszeit zu nehmen, weg vom Alltagsstress, vom ganzen Lärm, Zeit für mich, in mich hineinzuhorchen und für meine Beziehung zu Gott, die für mich wichtig ist. Meine Freundin Verena und ich haben uns dann in einen Reisebus gesetzt und sind hingefahren.

Die Gemeinschaft von Taizé (La Communauté de Taizé) ist ein ökumenischer Männerorden. Bekannt ist der Ort hauptsächlich für die ökumenischen Jugendtreffen, zu denen im Jahr ungefähr 200.000 Leute aus der ganzen Welt kommen. Geprägt wurde die Gemeinschaft hauptsächlich durch Frère (Bruder) Roger, der sie gegründet hat. Leider ist er 2005 bei einem Attentat während eines Gottesdienstes ums Leben gekommen.

Geprägt sind die Gebetszeiten, die drei mal am Tag ungefähr eine halbe Stunde stattfinden, eigentlich von einer großen Schlichtheit:

die Kirche bietet Platz für ungefähr 1000 Leute, schätze ich mal. In der Kirche herrscht Stille, sobald man sie betritt. Man sitzt während des Gottesdienstes auf dem Boden. Es ist alles mit Teppichboden ausgelegt, dass es nicht ganz so kalt und hart ist. Manche haben auch einen Gebetshocker. Am allerschönsten ist der Altarraum. Dort befinden sich aufgeschichtete “Würfel”, in denen ganz viele Kerzen brennen. Ringsum sind farbige Tücher aufgehängt und es steht ein recht schlichtes  Metallkreuz in der Mitte. Alles ist mit warmem Licht beleuchtet. An den Wänden hängen Ikonen, das sind Bilder von biblischen Geschichten/ Aussagen/ Personen.

Der Gottesdienst

Dann beginnt der Gottesdienst mit einem Lied. Die Lieder sind – zumindest meiner Meinung nach – das Wichtigste in Taizé. Es sind ganz schlichte Lieder, die eigentlich nur aus einem Satz bestehen, den man immer wiederholt. Die Melodie der Lieder ist sehr schön und “abwechslungsreich”, dass sie nicht langweilig wirken, wenn man sie in der Dauerschleife singt. Außerdem sind sie, weil in Taizé ja alle Nationen vertreten sind, in verschiedenen Sprachen. Meist Latein (–> katholisch), französisch, deutsch, englisch oder auch manchmal slawische Sprachen. Die Lieder sind schwer zu beschreiben. Wenn ihr ab und zu in den evangelischen Gottesdienst geht, kennt ihr vielleicht die Lieder “Meine Hoffnung und meine Freude” oder “Laudate homnescentes” oder auch den Klassiker “ubi caritas”. Das sind typische Taizé-Lieder. Aber sie sind schwer zu beschreiben – am besten ihr hört euch mal eine Kostprobe an: http://www.taize.fr/de_article4800.html. Auf dieser offiziellen Website findet ihr auch schöne Bilder, Texte und alles was man zu Taizé wissen muss. Schaut auf jeden Fall mal rein. Ich hab leider keine eigenen Bilder gemacht, weil ich gerade keine Kamera habe.

Nach ein paar Liedern kommt dann die Schriftlesung, auch in verschiedenen Sprachen. Danach folgt eine lange, angenehme Stille. Die Lesung wird von Brüdern unterschiedlicher Nationen vorgelesen. Das interessante und besondere an einem Taizé – Gottesdienst ist, dass es keine Predigt gibt. Es wird einfach nur ein Bibeltext vorgelesen. Das macht so einen Gottesdienst für mich total entspannt. Ich muss nicht 20 Minuten irgendwem zuhören, der glaubt, mir etwas erzählen zu können, sich wahrscheinlich noch mühevoll vorbereitet hat, aber mich dann doch nicht dran hindert, nach 5 Minuten abzuschalten… In einem Taizé – Gottesdienst geht es nur darum, in Gottes Gegenwart zu feiern und ihn zu loben. Es gibt keine Person, die vorne steht. Alle sitzen zusammen auf dem Boden, den Blick auf das Kreuz gerichtet. Man hat das Gefühl, es ist bereits alles gesagt: es werden Texte aus der Bibel vorgelesen, weil die nämlich oft schon für sich alleine wirken. Ich glaube, das ist etwas, was die Kirche oder kirchliche Gemeinschaft verlernt hat – es muss immer eine Predigt her oder einer, der vorne steht, als ob es nötig wäre, dass es einen gibt, der zwischen Gott und Gemeinde vermittelt. Natürlich bin ich nicht dafür, die Predigt in den Gottesdiensten hier abzuschaffen – das ist schon etwas, was der Gottesdienstgänger braucht, aber oft habe ich das Gefühl, man hat sich da so ein bisschen zum Zuschauer/Zuhörer und Konsument entwickelt. So nach dem Motto “Jetzt schauen wir mal, was uns der Herr Pfarrer heute mal wieder zu erzählen hat..” oder “Warum hat die Tante, die die Fürbitte macht, heute so komische Schuhe an?”. Das gefällt mir nicht. Ich will nicht das Gefühl haben, in einen Gottesdienst zu gehen, nur weil ich denke, dass mir da eine riesen Show oder wieder ordentlich Tratschmaterial (wie das in den Dörfern so ist) geliefert wird. Ich bin übrigens natürlich selber eine dieser Kanditaten, wenn ich einen Gottesdienst oder Jugendgottesdienst besuche. Und ich bin natürlich immer die erste, die die Predigt im Kopf schon auseinandernimmt, obwohl sie eigentlich erst vor 1 Minute angefangen hat… das will ich eigentlich gar nicht. So kann ich mich nicht auf das Thema “Gott” und “dienst” einlassen. Ich brauch Zeit, um in mich hineinzuhorchen. Und da helfen mir die Gesänge und die Schriftlesung. Da hab ich das Gefühl, da “will” keiner was von mir. Da will mich keiner ermahnen oder zwanghaft versuchen, mich in einer Predigt anzusprechen, sondern da bin ich einfach nur einer von vielen und habe eine Plattform, eine Gelegenheit mich auf mich und Gott zu konzentrieren.

Eine Gebetszeit/ bwz. ein Gottesdienst geht ca. 45 Minuten. Und man fühlt sich so von dieser Liturgie “getragen”, dass man gar nicht merkt, dass schon wieder eine Dreiviertel Stunde rum ist. Das ist sehr angenehm. Und was ich persönlich total faszinierend finde: in einer Kirche mit 1000 Leuten, darunter sehr viele 16-18Jährige Jugendliche ist es STILL! Ich hab sie ja eigentlich fast jeden Tag um mich, solche Jugendlichen, und ich frag mich echt wie das funktioniert. Ich nehme mal an, es ist das konsequente Arbeiten der “Silencekeeper”, Brüder, die dafür sorgen, dass es in der Kirche ordentlich zugeht. Aber hauptsächlich kann ich es mir nur durch die Gruppendynamik erklären. Die Jugendlichen kapieren einfach, dass das dort ein, sagen wir mal “heiliger” Ort ist, an dem man einfach ruhig ist. Und man hat den Eindruck, sie genießen die Stille auch genauso wie die älteren Besucher. Es gibt keinen, der irgendwie rumblödelt. (Ok, ich erinnere mich an 3-4 Jugendliche, die waren aber neu da. Die hatten es dann aber nach der ersten Gebetszeit auch kapiert..) Obwohl man natürlich dazu sagen muss, dass man sich die Jungs und Mädels, mit denen man da hin geht, schon genauer angucken sollte und ihnen klarzumachen hat, dass das was ist, worauf sie sich einlassen müssen. Ich würde jetzt nicht mit einer Gruppe wildgewordener, frisch pubertierender Konfirmanden hingehen, die damit noch gar nix anfangen können.

Das Essen

Nach bzw. vor den Gebetszeiten ist das Essen natürlich auch noch so eine regelmäßige Sache in Taizé. Es gibt morgens um 9 Frühstück, mittags um 13.00 Essen, dann um 17.15 Uhr Tee und um 19.00 Abendessen. Das Frühstück besteht aus einem mit Wasser angerührten Kakao oder Tee und einem Baguettebrötchen mit einem Stück Butter und – Achtung, jetzt kommt´s –  einem Stück Schokolade. Ja genau. Wenn man Lust hat, morgens schon kreativ zu sein, dann knubbelt man das Brötchen mit den Fingern auseinander, schmiert die Butter mit dem Papier auf die Hälften und steckt die Schkoladenstückchen dazwischen. Die ganz sorgfältigen stecken die Schokolade auch einfach in ihren warmen Kakao und verteilen sie dann so gleichmäßig wie es geht auf dem Brötchen. Sonntags gibt´s zur Feier des Tages auch Marmelade, was die Angelegenheit aber nicht unbedingt einfacher macht… Da man aber Hunger hat, weil man schon ne 3/4 Stunde beten und 20 Minuten anstehen war, ist es einem eigentlich letztendlich wurscht, wie das Zeug dann auf dem Wecken landet. Denn man muss schauen, dass man schnell fertig wird. Es gibt nämlich manchmal, wenn man schnell genug ist, noch ein zweites Brötchen.. trocken und ohne Schokolade. Aber immerhin, man hat ja schließlich im Normalfall noch Hunger. Mittags gibt´s immer irgendwas, das man aus einem Napf mit einem Löffel essen kann. Zum Beispiel Linsen, Erbsengemüse, Reis oder – und das ist das Highlight – Nudeln mit Tomatensauce. Die Portionen sind recht übersichtlich und manchmal auch recht ungerecht verteilt, weil auch bei der Essensausgabe Jugendliche am Werk sind, die das nicht ganz so professionell machen. Da muss man dann schon mal ganz lieb nachfragen und abgemagert aussehen, dass man noch ein halbes Löffelchen kriegt. Und wenn dann noch was ergattert hat, vor allem auch, wenn man noch Nachschub bekommt, dann freut man sich tierisch. Jedenfalls so lange bis man sieht, wie sich die Helfer an der Essensausgabe dann die Teller mit einer etwas beachtlicheren Portion voll laden, nachdem sie die Leute, die noch gern was gehabt hätten, wegschicken. Nun gut. Es gibt ja immerhin auch noch einen kleinen (ja wirklich kleinen) Nachtisch und ein Stückchen Baguette dazu. Man ist ja zum Beten und nicht zum Essen da… aber wenn ihr mal nach Taizé geht und nicht verhungern wollt, dann nehmt euch reichlich Futter mit. Und vielleicht auch ein bisschen Besteck..

Das Programm

Morgens und Nachmittags gibt es sogenannte Bibelgesprächsgruppen. Die leitet dann ein Bruder und es geht an jedem Tag um einen anderen Text aus der Bibel. Am Anfang erzählt der Bruder dann (meist in englisch) etwas über diesen Text. Und das ist theologisch echt erste Sahne, wie ich finde. In Taizé wird auch jede Woche Ostern gefeiert – immer von Freitag bis Sonntag. Nach dem Vortrag im Plenum, der oft auch viel mehr ein Gespräch zwischen dem Bruder und den Leuten ist, gehts dann in die Gesprächsgruppen. Die waren dieses Jahr für Verena und mich nicht so interessant. Viele dieser Themen und Gespräche waren uns einfach schon bekannt. Aber es ist trotzdem ganz nett, neue Leute auch aus ganz unterschiedlichen Nationen kennenzulernen. Und man übt sich auch ein bisschen in englisch, was Spaß macht und nicht schadet. Ansonsten ist in Taizé echt nicht viel los. Freizeitangebote oder so gibt es leider keine, was ich eigentlich vor allem für die Jugendlichen echt schade finde. Man könnte ja wenigstens eine Tischtennisplatte oder sonst was hinstellen, wenn es schon in der Nähe keine Ausflugsziele gibt. Aber das ist wohl nicht so wichtig. Die meisten bringen sich dann selbst Bälle oder irgendwas mit. Viele haben sich aber auch mit Kreisspielen aller Art die Langeweile vertrieben. Uns war es dann am 3. Tag eher langweilig und wir haben eigentlich dann nur noch die Gebetszeiten und das Essen abgewartet. Das ist so der Nachteil an Taizé – es ist eben sonst nichts los.

Aber wer irgendwie gläubig ist oder sich in einer Kirche engagiert und mal Lust auf eine Auszeit hat und mal was Ruhigeres, Spirituelles erleben will, der sollte unbedingt mal nach Taizé! Und wer kultig sein will, der muss sich im Taizé – Shop das typische Taizé- Kreuz als Kette kaufen… ;)

 

 

 



Chili con Carne zum süchtig Werden

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Wenn ich Zeit und Hunger habe, dann koch ich ganz gerne! Heute wurde es ein leckeres Chili Con Carne. Es hat echt super geschmeckt! Weil ich ja so gerne teile, hier mal das Rezept:

Für 2 Personen braucht man

1 Zwiebel
1 Knoblauchzehe
1 kleine Paprika

1 Chilischote (ich nehm immer diese getrockneten Dinger aus dem Gewürzregal – aber die sind irgendwie nicht scharf…)

300 g Hackfleisch

Öl oder Butterschmalz zum Braten

Salz, frisch gemahlener Pfeffer

Rosenpaprika (scharf)

400 g rote Bohnen

1 Dose geschälte Tomaten

1/2 Tube Tomatenmark

150 ml Gemüsebrühe
Zucker
evtl. Rotwein oder Zitronensaft zum Abschmecken
Créme Fraiche
frischer Basilikum
Los geht´s mit Schnippeln: Zwiebel und Paprika in Würfel schneiden. Schon mal die Pfanne heiß machen und dann das Hackfleisch anbraten – ich nehm immer gern Butterschmalz, um Fleisch anzubraten, vor allem bei Hackfleisch. Mit Öl riecht es sonst ziemlich stark.Wenn ihr Chilischoten habt, müsst ihr die (mit Gummihandschuhen) entkernen und in feine Stücke schneiden.

Ist das Fleisch schön krümelig gebraten, würzt man es mit Salz, Pfeffer und dem Paprikapulver, haut es in einen großen Topf und mischt es mit Tomatenmark, Bohnen, Zwiebeln, Paprika, Chilischoten, Knoblauch, Tomaten und schüttet schon mal die Hälfte der Gemüsebrühe rein. Nun schön aufkochen lassen. Das sollte jetzt mindestens 20 Minuten kochen. Währendessen immer mal wieder einen Schluck Gemüsebrühe rein, bis es die richtige Konsistenz hat. Wichtig ist, dass das Chili schön durchgekocht hat und der Paprika weich ist (das ist ganz wichtig!).

Dann schmeckt man das Ganze noch mit Salz, Pfeffer, Zucker und Rotwein oder Zitronensaft ab. Wenn man will, kann man noch mehr von dem scharfen Paprikapulver rein machen – je nach Belieben eben… :)

Serviert wird es mit einem Klecks Créme Fraiche und ein bisschen Basilikum – fertig. Dazu passt ein frisches Bauernbrot. Und wenn man gerade Schafskäse hat, kann man den auch noch drüber reiben.. schmeckt Welt!!Da könnte man sich doch glatt reinlegen!

 

Guten Appetit!